Dokumentation über Nichtwahl

Am 10. Oktober lief im BR-Fernsehen eine Dokumentation über Nichtwählerinnen und Nichtwähler, für die ich interviewt wurde. Am Beispiel der Nürnberger Wahlbezirke „Schweinau“ und „Schmausenbuckstraße“ wird gezeigt, wie sehr sich die Wahlbeteiligung zwischen armen und reichen Stadtteilen unterscheidet.  Im Folgenden verlinke ich eine Auswahl von meinen Veröffentlichungen, die die in der Dokumentation angesprochenen Zusammenhänge belegt. Für die Bundestagswahlen 2009 und 2013 ist dieses Muster für eine große Anzahl von Städten sowie Gemeinden sehr gut belegt. Auch auf individueller Ebene zeigen sich deutliche Beteiligungsunterschiede zwischen Arm und Reich. In der Dokumentation wurden auch die Ursachen für die Nichtwahl sehr schön gezeigt: Wer nicht wählt, interessiert sich nicht nur weniger für Politik, sondern zweifelt auch daran, selbst etwas bewirken zu können. Politikerinnen und Politiker werden als bürgerfern wahrgenommen, und es fehlt der Glaube daran, dass „die da oben“ sich darum kümmern, was man selbst möchte. So falsch ist diese Einschätzung für Menschen mit geringem Einkommen nicht, wie unsere Studie zur „ungleichen Responsivität“ nachweist. Nichtwählerinnen und Nichtwähler fehlen darüber hinaus die Netzwerke in der Familie oder im Freundeskreis, die sie  zum Wählen motivieren, und die Parteien konzentrieren sich im Wahlkampf auf Stadtteile, in denen sie bei der letzten Wahl erfolgreich waren und in denen die Wahlbeteiligung höher ausfiel.

13.10.2018