Aktuelles

Aufsatz in der ZPol erschienen

In der Zeitschrift für Politikwissenschaft ist der Aufsatz „Dem Deutschen Volke“? Die ungleiche  Responsivität des Bundestags erschienen, den ich gemeinsam mit Lea Elsässer und Svenja Hense verfasst habe. Darin greifen wir die neue Responsivitätsforschung auf, die analysiert, ob politische Entscheidungen mit dem Willen der Bürgerinnen und Bürger übereinstimmen und wenn ja, wessen Meinungen umgesetzt werden. Dabei zeigt sich in den USA eine deutlich selektive Responsivität der Politik zulasten der Armen. Wir untersuchen erstmals, ob in Deutschland ähnliche Muster in der politischen Responsivität wie in den USA festzustellen sind. Dazu werten wir 252 in den DeutschlandTrend-Umfragen gestellte Sachfragen für den Zeitraum von 1998 bis 2013 aus. Die Fragen beziehen sich auf zum Zeitpunkt der Erhebung diskutierte Politikänderungen und Reformen aus einem breiten Spektrum politisch relevanter Themen. Die Auswertung dieser Daten zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen den getroffenen politischen Entscheidungen und den Einstellungen von Personen mit höherem Einkommen, aber keinen oder sogar einen negativen Zusammenhang für die Einkommensschwachen. In Deutschland zeigt sich somit eine ähnliche Schieflage politischer Repräsentation wie in den USA.

21.7.2017

Nur wer wählt, zählt?

Im Newsletter des MPIfG ist ein kurzer Beitrag von Lea Elsässer und mir erschienen, in dem wir unsere Forschungsergebnisse zur Responsivität des Bundestags darstellen. Wir diskutieren, ob sich sich Unterschiede in der politischen Beteiligung und im Wahlverhalten auch in politischen Entscheidungen niederschlagen. Werden die Präferenzen und Wünsche der aktiven Wählerinnen und Wähler systematisch stärker berücksichtigt als die der Nichtwählerinnen und Nichtwähler? Die Auswertung von mehr als 250 Umfragen legt genau dies nahe. Der gesamte Newsletter mit weiteren spannenden Beiträgen kann hier abgerufen werden.

21.7.2017

Nominiert für Lehrpreis

Jedes Jahr wird an der Universität Osnabrück der Hans Mühlenhoff-Preis für gute Lehre verliehen. Das Recht, jemanden für den Preis vorzuschlagen, liegt bei den Studierenden. Wie schon im vergangenen Jahr bin ich auch diesmal von den Studierenden der Sozialwissenschaften für den Preis vorgeschlagen worden. Den Preis hat Prof. Marco Beeken erhalten, der einen Lehrstuhl für Didaktik der Chemie innehat.

30.6.2017

Artikel bei ZEIT ONLINE

Verringert die höhere Wahlbeteiligung, die wir seit zwei Jahren bei Landtagswahlen beobachten, die soziale Ungleichheit beim Wählen? Dieser Frage bin ich in einem aktuellen Beitrag für  ZEIT ONLINE nachgegangen, indem ich mir die Wahlbeteiligungsunterschiede in Kölner Stadtteilen angeschaut habe. Zwar haben am 14. Mai fast überall mehr Menschen gewählt, aber die Beteiligungsunterschiede sind dadurch nicht geringer geworden – sie sind sogar leicht gestiegen. Zwischen dem Stadtteil mit der höchsten und mit der niedigsten Wahlbeteiligung liegen 50 Prozentpunkte. Die Aggregatdaten liefern auch keinen Hinweis darauf, dass die AfD besonders erfolgreich Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisiert hat. Denn wo die Wahlbeteiligung besonders deutlich gestiegen ist, hat sie eher unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

17.5.2107

Nichtwahl als Gewohnheit?

Bei der Gründungstagung des Mainzer Zentrums für empirsche Demokratieforschung habe ich zum Thema „Was Hänschen nicht lernt. Wenn Nichtwählen zur Gewohnheit wird“ vorgetragen. In diesem Vortrag, der auf gemeinsamen Arbeiten mit Sigrid Roßteutscher beruht, zeige ich, dass gerade unter den Erstwählerinnen und Erstwählern die Wahlteilnahme sozial sehr ungleich verteilt ist. Da die Beteiligung an Wahlen – und der Verzicht darauf – früh zu einer Gewohnheit wird, steht zu beführchten, dass die Unterschiede in Zukunft noch größer werden, da die Wahlbeteiligung der heute Älteren nicht nur insgesamt höher, sondern auch weniger ungleich ist.

10.5.2017

Auszeichnung der Habilitationsschrift

Meine Habilitationsschrift, mit der ich an der Universität Heidelberg habilitiert wurde und die unter dem Titel „Der Verlust politischer Gleichheit“ veröffentlicht worden ist, wurde mit dem Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln ausgezeichnet. Der Preis wird für Arbeiten vergeben, die einen besonderen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Demokratie leisten. Die Preisverleihung fand am 24. April 2017 statt.

26.4.2017

Tagung zum Populismus

Am 30. und 31. März findet die Jahrestagung der DVPW-Sektion „Politische Ökonomie“ statt. Dieses Jahr setzen wir uns mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Implikationen des Populismus in Europa auseinander. In sechs Panels und einem Roundtable nehmen wir eine aktuelle Bestandsaufnahme des Populismus vor. Eine ausführliche Beschreibung und das Programm finden sich hier.

6. Februar 2017

Wenn Forschungsergebnisse zum Politikum werden

Im Juni 2016 haben Lea Elsässer, Svenja Hense und ich einen Forschungsbericht fertiggestellt, für den uns das BMAS den Auftrag erteilt hatte. Dieser Bericht wurde ohne unser Zutun am 15. und 16. Dezember zum Politikum, da ein Artikel der Süddeutschen Zeitung aufdeckte, dass der aktuelle Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung zentrale Passagen aus unserem Forschungsbericht nicht mehr enthielt. In einer vorherigen Fassung waren diese noch enthalten gewesen. Der SZ-Beitrag löste eine Welle von weiteren Meldungen aus, und zahlreiche Journalistinnen und Journalisten wollten mehr erfahren (ein gute Zusammenfassung der Diskussion findet sich hier). Dabei wurden unsere Ergebnisse nicht immer ganz zutreffend geschildert. Weiterlesen

Beitrag für den 5. Armuts- und Reichtumsbericht erschienen

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales habe ich gemeinsam mit Lea Elsässer und Svenja Hense einen Forschungsbericht verfasst, in dem wir erstmals für Deutschland untersuchen, ob politische Entscheidungen zugunsten einkommensstarker und zulasten einkommensschwacher Gruppen verzerrt sind. In dem gerade veröffentlichten Bericht zeigen wir, dass ein deutliche Schieflage besteht. Bei den mehr als 250 von uns untersuchten Sachfragen folgen politische Entscheidungen eindeutig den Präferenzen von Personen mit hohem Einkommen. Was die Armen wollen, wird dagegen regelmäßig nicht umgesetzt. Dieses Muster ist umso eindeutiger, je größer die Meinungsunterschiede zwischen diesen Gruppen sind.

12.12.2016