Aktuelles

FAZ-Artikel zum Rechtspopulismus

Heute ist in der Rubik „Die Gegenwart“ ein Artikel von mir in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen. Darin versuche ich, den Erfolg rechtspopulistischer Parteien zu erklären. Dabei geht es mir darum, auf reale Probleme der ungleichen Repräsentation hinzuweisen, die die Populisten für sich nutzen: „Der Schlachtruf aller Populisten ist, dass die wahlweise korrupte, verblendete oder fremdgesteuerte Elite Politik gegen das Volk macht, dessen wahren Interessen nur durch die Populisten selbst vertreten werden können. Diese Anmaßung, als einzige für ein vermeintlich homogenes Volk sprechen zu können, macht populistische Parteien und Bewegungen zu einer Gefahr für die Demokratie, wie Jan-Werner Müller überzeugend argumentiert hat. Nicht populäre Forderungen machen Populisten aus, sondern eine pauschale Elitenkritik, die sich mit Antipluralismus verbindet – für Populisten gibt es nur eine einzige legitime Meinung und wer davon abweicht, verrät das Volk. Nun ließe sich die populistische Zumutung leichter zurückweisen, wenn nicht die Kritik an der Distanz zwischen Entscheidern und Teilen der Bevölkerung einen wahren Kern hätte. Wer dies übersieht, wird keine überzeugende Strategie gegen Rechtspopulisten entwickeln können. Denn weder in seiner Zusammensetzung noch in den getroffenen Entscheidungen bildet der Bundestag die Bevölkerung gut ab.“

16.10.2107

Das Team in den Medien

Unsere Studie für den 5. Armuts- und Reichstumsbericht sorgt weiter für Aufmerksamkeit. In der Sendung Neugier genügt im WDR-Radio wird über die Studie berichtet, und Lea Elsässer kommt in mehreren O-Tönen zu Wort. Auch die Sendung „makro“ auf 3sat stellt die Studienergebnisse in einem längeren Beitrag dar und Svenja Hense wird ausführlich interviewt. Die WDR-Sendung „Quarks“ berichtet über die Studie. Am 20.9. war ich Studiogast in der Radiosendung „Leonardo – Wissenschaft und mehr“ auf WDR 5 (hier zum Nachhören ab Minute 20:46), und am selben Tag wurden die Studienergebnisse im BR-Fernsehen in einer Sendung zum Thema „Nichtwähler – Stärkste Kraft im Staat“ erläutert.

21.9.2017

Zu jung zum Wählen?

In einem Beitrag für FAZ-online stellen wir erste Ergebnisse aus unserer Befragung von 15- bis 18-Jährigen vor. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Wahlberechtigung auf das politische Interesse sowie die Bereitschaft, sich zu informieren, auswirkt. Wer wählen darf, informiert sich mehr, so zeigen unsere Daten. Allerdings sind die sozialen Unterschiede im Informationsverhalten und auch bei der Wahlteilnahme stark ausgeprägt. Wer das Wahlalter aus 16 Jahre absenken möchte, muss sicherstellen, gerade auch jüngere Menschen mit geringer Bildung zu mobilisieren, die sonst in großer Zahl der Wahlurne fernbleiben.

11.9.2017

Beitrag zum Aufstieg des Rechtspopulismus

Auf Items, dem Blog des Social Science Research Council, ist in der Reihe „Democracy Papers“ mein Beitrag zum Aufstieg des Rechtspopulismus erschienen. Darin stelle ich die These vor, dass das Wahlverhalten heute wieder stärker durch die Zugehörigkeit zu sozialen Klassen geprägt wird. Nicht nur die Wahlenthaltung, sondern auch die Wahl von rechtspopulistischen Parteien folgt einem deutlichen Muster: Menschen aus niedrigeren sozialen Klassen wählen seltener und falls sie es tun, wählt ein höherer Anteil rechtspopulistische Parteien. Diese Protestwahl, so die weitere Argumentation, hat insofern eine rationale Grundlage, weil verschiedene Studien zeigen, dass politische Entscheidungen zulasten dieser Gruppen verzerrt sind, während die Präferenzen von höheren sozialen Klassen häufiger umgesetzt werden.

23.8.2017

Aufsatz in der ZPol erschienen

In der Zeitschrift für Politikwissenschaft ist der Aufsatz „Dem Deutschen Volke?“ Die ungleiche  Responsivität des Bundestags erschienen, den ich gemeinsam mit Lea Elsässer und Svenja Hense verfasst habe. Darin greifen wir die neue Responsivitätsforschung auf, die analysiert, ob politische Entscheidungen mit dem Willen der Bürgerinnen und Bürger übereinstimmen und wenn ja, wessen Meinungen umgesetzt werden. Dabei zeigt sich in den USA eine deutlich selektive Responsivität der Politik zulasten der Armen. Wir untersuchen erstmals, ob in Deutschland ähnliche Muster in der politischen Responsivität wie in den USA festzustellen sind. Dazu werten wir 252 in den DeutschlandTrend-Umfragen gestellte Sachfragen für den Zeitraum von 1998 bis 2013 aus. Die Fragen beziehen sich auf zum Zeitpunkt der Erhebung diskutierte Politikänderungen und Reformen aus einem breiten Spektrum politisch relevanter Themen. Die Auswertung dieser Daten zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen den getroffenen politischen Entscheidungen und den Einstellungen von Personen mit höherem Einkommen, aber keinen oder sogar einen negativen Zusammenhang für die Einkommensschwachen. In Deutschland zeigt sich somit eine ähnliche Schieflage politischer Repräsentation wie in den USA.

21.7.2017

Nur wer wählt, zählt?

Im Newsletter des MPIfG ist ein kurzer Beitrag von Lea Elsässer und mir erschienen, in dem wir unsere Forschungsergebnisse zur Responsivität des Bundestags darstellen. Wir diskutieren, ob sich sich Unterschiede in der politischen Beteiligung und im Wahlverhalten auch in politischen Entscheidungen niederschlagen. Werden die Präferenzen und Wünsche der aktiven Wählerinnen und Wähler systematisch stärker berücksichtigt als die der Nichtwählerinnen und Nichtwähler? Die Auswertung von mehr als 250 Umfragen legt genau dies nahe. Der gesamte Newsletter mit weiteren spannenden Beiträgen kann hier abgerufen werden.

21.7.2017

Nominiert für Lehrpreis

Jedes Jahr wird an der Universität Osnabrück der Hans Mühlenhoff-Preis für gute Lehre verliehen. Das Recht, jemanden für den Preis vorzuschlagen, liegt bei den Studierenden. Wie schon im vergangenen Jahr bin ich auch diesmal von den Studierenden der Sozialwissenschaften für den Preis vorgeschlagen worden. Den Preis hat Prof. Marco Beeken erhalten, der einen Lehrstuhl für Didaktik der Chemie innehat.

30.6.2017

Artikel bei ZEIT ONLINE

Verringert die höhere Wahlbeteiligung, die wir seit zwei Jahren bei Landtagswahlen beobachten, die soziale Ungleichheit beim Wählen? Dieser Frage bin ich in einem aktuellen Beitrag für  ZEIT ONLINE nachgegangen, indem ich mir die Wahlbeteiligungsunterschiede in Kölner Stadtteilen angeschaut habe. Zwar haben am 14. Mai fast überall mehr Menschen gewählt, aber die Beteiligungsunterschiede sind dadurch nicht geringer geworden – sie sind sogar leicht gestiegen. Zwischen dem Stadtteil mit der höchsten und mit der niedigsten Wahlbeteiligung liegen 50 Prozentpunkte. Die Aggregatdaten liefern auch keinen Hinweis darauf, dass die AfD besonders erfolgreich Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisiert hat. Denn wo die Wahlbeteiligung besonders deutlich gestiegen ist, hat sie eher unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

17.5.2107

Nichtwahl als Gewohnheit?

Bei der Gründungstagung des Mainzer Zentrums für empirsche Demokratieforschung habe ich zum Thema „Was Hänschen nicht lernt. Wenn Nichtwählen zur Gewohnheit wird“ vorgetragen. In diesem Vortrag, der auf gemeinsamen Arbeiten mit Sigrid Roßteutscher beruht, zeige ich, dass gerade unter den Erstwählerinnen und Erstwählern die Wahlteilnahme sozial sehr ungleich verteilt ist. Da die Beteiligung an Wahlen – und der Verzicht darauf – früh zu einer Gewohnheit wird, steht zu beführchten, dass die Unterschiede in Zukunft noch größer werden, da die Wahlbeteiligung der heute Älteren nicht nur insgesamt höher, sondern auch weniger ungleich ist.

10.5.2017