Aktuelles

Artikel bei ZEIT ONLINE

Verringert die höhere Wahlbeteiligung, die wir seit zwei Jahren bei Landtagswahlen beobachten, die soziale Ungleichheit beim Wählen? Dieser Frage bin ich in einem aktuellen Beitrag für die ZEIT nachgegangen, indem ich mir die Wahlbeteiligungsunterschiede in Kölner Stadtteilen angeschaut habe. Zwar haben am 14. Mai fast überall mehr Menschen gewählt, aber die Beteiligungsunterschiede sind dadurch nicht geringer geworden – sie sind sogar leicht gestiegen. Zwischen dem Stadtteil mit der höchsten und mit der niedigsten Wahlbeteiligung liegen 50 Prozentpunkte. Die Aggregatdaten liefern auch keinen Hinweis darauf, dass die AfD besonders erfolgreich Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisiert hat. Denn wo die Wahlbeteiligung besonders deutlich gestiegen ist, hat sie eher unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

17.5.2107

Nichtwahl als Gewohnheit?

Bei der Gründungstagung des Mainzer Zentrums für empirsche Demokratieforschung habe ich zum Thema „Was Hänschen nicht lernt. Wenn Nichtwählen zur Gewohnheit wird“ vorgetragen. In diesem Vortrag, der auf gemeinsamen Arbeiten mit Sigrid Roßteutscher beruht, zeige ich, dass gerade unter den Erstwählerinnen und Erstwählern die Wahlteilnahme sozial sehr ungleich verteilt ist. Da die Beteiligung an Wahlen – und der Verzicht darauf – früh zu einer Gewohnheit wird, steht zu beführchten, dass die Unterschiede in Zukunft noch größer werden, da die Wahlbeteiligung der heute Älteren nicht nur insgesamt höher, sondern auch weniger ungleich ist.

10.5.2017

Auszeichnung der Habilitationsschrift

Meine Habilitationsschrift, mit der ich an der Universität Heidelberg habilitiert wurde und die unter dem Titel „Der Verlust politischer Gleichheit“ veröffentlicht worden ist, wurde mit dem Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln ausgezeichnet. Der Preis wird für Arbeiten vergeben, die einen besonderen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Demokratie leisten. Die Preisverleihung fand am 24. April 2017 statt.

26.4.2017

Tagung zum Populismus

Am 30. und 31. März findet die Jahrestagung der DVPW-Sektion „Politische Ökonomie“ statt. Dieses Jahr setzen wir uns mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Implikationen des Populismus in Europa auseinander. In sechs Panels und einem Roundtable nehmen wir eine aktuelle Bestandsaufnahme des Populismus vor. Eine ausführliche Beschreibung und das Programm finden sich hier.

6. Februar 2017

Wenn Forschungsergebnisse zum Politikum werden

Im Juni 2016 haben Lea Elsässer, Svenja Hense und ich einen Forschungsbericht fertiggestellt, für den uns das BMAS den Auftrag erteilt hatte. Dieser Bericht wurde ohne unser Zutun am 15. und 16. Dezember zum Politikum, da ein Artikel der Süddeutschen Zeitung aufdeckte, dass der aktuelle Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung zentrale Passagen aus unserem Forschungsbericht nicht mehr enthielt. In einer vorherigen Fassung waren diese noch enthalten gewesen. Der SZ-Beitrag löste eine Welle von weiteren Meldungen aus, und zahlreiche Journalistinnen und Journalisten wollten mehr erfahren (ein gute Zusammenfassung der Diskussion findet sich hier). Dabei wurden unsere Ergebnisse nicht immer ganz zutreffend geschildert. Weiterlesen

Beitrag für den 5. Armuts- und Reichtumsbericht erschienen

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales habe ich gemeinsam mit Lea Elsässer und Svenja Hense einen Forschungsbericht verfasst, in dem wir erstmals für Deutschland untersuchen, ob politische Entscheidungen zugunsten einkommensstarker und zulasten einkommensschwacher Gruppen verzerrt sind. In dem gerade veröffentlichten Bericht zeigen wir, dass ein deutliche Schieflage besteht. Bei den mehr als 250 von uns untersuchten Sachfragen folgen politische Entscheidungen eindeutig den Präferenzen von Personen mit hohem Einkommen. Was die Armen wollen, wird dagegen regelmäßig nicht umgesetzt. Dieses Muster ist umso eindeutiger, je größer die Meinungsunterschiede zwischen diesen Gruppen sind.

12.12.2016

Zwei Neuerscheinungen

Im Oktober sind zwei Aufsätzen von mir erschienen, die eng miteinander zusammenhängen. In „Nichtwählerinnen und Nichtwähler in Deutschland“ fasse ich empirische Ergebnisse zur sozialen Ungleichheit der individuellen Wahlbeteiligung zusammen. Im PVS-Aufsatz „Asymmetrische Mobilisierung: Wahlkampf und ungleiche Wahlbeteiligung“, den ich gemeinsam mit Sigird Roßteutscher verfasst habe, diskutieren wir eine mögliche Erklärung der ungleichen Wahlbeteiligung. Wir untersuchen am Beispiel Frankfurts, in welchen Stadtteilen die Parteien bei der Bundestagswahl 2013 im Wahlkampf besonders aktiv waren. Dabei zeigt sich, dass die Parteien ihren Wahlkampf auf eigene Hochburgen und Stadtteilen mit höherer Wahlbeteiligung konzentrieren. Nur für die SPD zeigt sich kein klares Muster. Ihre Wahlkampfaktivitäten scheinen vor allem durch die Stärke der Ortsvereine bestimmt zu sein. Weder die Untersuchung von Individual- noch die von Aggregatdaten legen nahe, dass die Parteien verstärkt versuchen, Nichtwählerinnen und Nichtwähler zu mobilisieren.

11. Oktober 2016

Anxieties of Democracy-Webseite online

Seit einigen Tagen ist die Webseite für das von der DFG geförderte Projekt zu „Anxieties of Democracy“ online. Auf dieser Seite informieren wir über Projektziele, Veranstaltungen und Publikatonen. Die Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Democratic Anger and Anxiety – Inequality, Polarization and the Populist Challenge“ findet am 10. und 11. November in Potsdam statt. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite, die von grafik schultz gestaltet wurde.

7. Oktober 2016

DVPW-Satzung angenommen

Der Vorstand der DVPW, dessen geschäftsführender Vorsitzender ich seit einem Jahr bin, hat den Mitgliedern eine neue Satzung vorgeschlagen. Über diese konnte in den letzten Wochen abgestimmt werden. Auf der Mitgliederversammlung am 29.9.2016 in Heidelberg endete die Abstimmungsfrist und die Stimmen konnten ausgezählt werden. Die hohe Hürde für eine Annahme – eine Mehrheit aller Mitglieder musste zustimmen – wurde übersprungen, sodass die neue Satzung in Kraft treten kann. Von den derzeit 1765 Mitgliedern der DVPW stimmten 959 Mitglieder (54,33%) mit „Ja“ und neun mit „Nein“. Fünf Mitglieder enthielten sich. Mit der neuen Satzung sind zukünftig Online-Wahlen möglich, eine andere Arbeitsaufteilung der Gremien findet statt und künftige Anpassung werden erleichtert. Der neuen Name der DVPW wird ab dem 1.1.2017 „Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft“ heißen.

4. Oktober 2016